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Erhöhung Bioethanolanteil beim Benzin

Ab Januar 2011 soll der Bioethanolanteil beim Benzin von fünf auf zehn Prozent erhöht werden. Das hat das Bundeskabinett Ende Oktober beschlossen. Damit sollen die Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor gemindert und die Abhängigkeit vom immer knapper werdenden Erdöl gesenkt werden. Mit Beginn des kommenden Jahres treten Anforderungen an die Nachhaltigkeit von Biotreibstoffen in Kraft, die verhindern sollen, dass beispielsweise in Schwellen- und Entwicklungsländern Regenwälder gerodet werden, um den europäischen Treibstoffbedarf zu decken.

Die langfristige Strategie für nachhaltige Biomasse sieht vor, dass nachwachsende Rohstoffe primär stofflich, Abfall- und Restbiomassen primär energetisch genutzt werden. Industriell genutzte Rohstoffe sollen vorrangig auf Flächen aufgebaut werden, die sich für die Nahrungs- und Futtermittelproduktion nicht oder nur eingeschränkt eigenen. Der Anbau von Bioenergieträgern darf keine indirekten Landnutzungsänderungen auslösen.

Quelle: UBA aktuell, 19.11.2010



Mit Holz und Mist vorwärts

Im Jahr 2030 könnten Biotreibstoffe und Elektromobilität 41 Prozent des in der Schweiz benötigten Treibstoffes ersetzen. So die neueste Studie des Zentrums für Technologiefolgen-Abschätzung TA-SWISS. Das allerdings nur unter optimalen Voraussetzungen und wenn die Fahrzeuge im Durchschnitt nur noch vier Liter Treibstoff auf 100 Kilometer verbrauchen.

Realistischer sei allerdings ein Szenario, bei der Biotreibstoffe in der Schweiz höchstens 10 Prozent des fossilen Treibstoffes ersetzen, meint Rainer Zah, Forscher an der Empa und Projektleiter der TA-SWISS-Studie. Seiner Meinung nach müssten nachhaltige Biotreibstoffe in der Schweiz gefördert werden, denn auch wenn der prozentuale Anteil einheimischer Biotreibstoffe bescheiden sei, entspreche dies etwa dem jährlichen Energieverbrauch von mehr als einer Million Einfamilienhäuser. 

Quelle: Medienmitteilung, 29. Juni 2010



Kilometer Millionär

Mit Gas aus Garten- und Küchenabfällen im Tank hat Otto Egg mit dem Truck der Axpo Kompogas AG die Erde im übertragenen Sinn 25mal umrundet. Zwischen 450 und 500 Kilometer weit fährt der Laster mit einer Tankfüllung von insgesamt 1320 Litern. 1995 hatte Kompogas-Gründer Walter Schmid den Peterbilt Truck aus den USA importiert und mit einem 440 PS-Gasmotor ausgerüstet. Eine starke Motorenleistung für einen Gaslastwagen von damals. Inzwischen fahren viele Kehrrichtwagen mit Gas, auch Migros, Coop und McDonald's setzen gasbetriebene Lastwagen ein.

Quelle: Neues Bülacher Tagblatt, 03. August 2010



Biogastraktor mit Zweistoffmotor

Nachdem Steyr im vergangenen Jahr einen ersten Biogastraktor vorgestellt hat, zieht nun die Agco-Marke Valtra nach. Derzeit testet der finnische Hersteller ein Biogasprojekt mit einem Valtra-Traktor N101 (81kW/110 PS). Ohne Veränderungen am Original-Dieselmotor vorzunehmen, werden laut Valtra 70 bis 80 Prozent der Leistung aus Biogas erzeugt. Der Zweistoffmotor arbeitet wie ein Dieselmotor. In den Biogastraktor wurde hochmoderne Technologie verbaut. Sowohl das Diesel- als auch das Gas-Einspritzsystem haben eine separate, elektronisch gesteuerte Kraftstoffleistung, wodurch das Verhältnis zwischen Diesel und Biogas optimiert werden kann.

Das Fassungsvermögen der Biogastanks im ersten Testmodell beträgt rund 170 Liter, was etwa 30 Liter Diesel entspricht und im Einsatz für drei bis vier Arbeitsstunden ausreicht. Ziel von Valtra ist es, einen Allzwecktraktor für die Landwirtschaft auf den Markt zu bringen, der während der Arbeitszeit mit Biogas nachgetankt werden kann.

Noch sind die Tests nicht abgeschlossen. Wann der Traktor im Markt eingeführt werden soll, darüber liess Valtra nichts verlauten.

Quelle: Schweizer Bauer, 26. Juni 2010



Biosprit soll wieder nachhaltig werden

Die EU will Biotreibstoffe fördern, die nachhaltig sind. Die Kriterien dafür sind aufgestellt, ein einheitliches EU-Siegel wird es allerdings nicht geben und klimaschädlicher Biosprit wird nicht explizit verboten.

Die EU hat letzte Woche erstmalig einen Nachhaltigkeitskatalog mit Regeln aufgestellt, die festschreiben, wann Biosprit politisch korrekt ist. Vergangene Woche wurden in Brüssel die europäischen Auflagen für Nachhaltigkeitszertifikate bekannt gegeben: Eine Treibhausgaseinsparung von mindestens 35 Prozent gegenüber fossilen Kraftstoffen muss erreicht werden. Bis 2018 steigt dieser Anteil auf 60 Prozent. Als nicht nachhaltig gelten Biotreibstoffe, für die kostbarer Wald oder Grünlandflächen in Plantagen umgewandelt wurden.

Unabhängige Gutachter sollen nach Inkrafttreten der Verordnung im Dezember, den gesamten Herstellungsprozess überprüfen. Eine solche Überprüfung ist freiwillig und muss von den Unternehmen selbst bezahlt werden. Auch wird es kein europäisches Siegel geben, die Umsetzung der Richtlinie wird den Mitgliedsstaaten überlassen.

Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace kritisieren, dass sich durch die neue Richtlinie im Grundsatz nicht ändere. In der Verordnung würden zudem strenge Regelungen zum Schutz von Böden, Wasser und Luft fehlen.
Quelle: heise online, news: energie und klima



Ethanol aus Stroh?

Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters ist China auf dem besten Wege Ethanol aus Zellulose zu gewinnen. Ethanol kann Benzin beigemischt werden und so als Erdölersatz dienen. Da es sich um einen nachwachsenden Rohstoff handelt, spricht man von Biotreibstoff.

Derzeit wird Ethanol aus Rohrzucker, verschiedenen Getreidesorten und Zuckerrüben gewonnen und steht damit in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion. Nebst hohem Energieaufwand werden die Ausbreitung von Monokulturen und der Einsatz von Pestiziden gefördert.

Um Ethanol auch aus pflanzlichen Abfällen wie Stroh oder Restholz aus der Forstwirtschaft gewinnen zu können, muss die Zellulose erst in Zucker umgewandelt werden. Die hierfür benötigten Enzyme will laut Reuters die dänische Firma Novozymes A/S liefern. 2011 soll in der Volksrepublik eine Pilotanlage die Produktion aufnehmen. Unabhängig davon, plane die chinesische Tianguan Gruppe eine Zehntausend-Tonnen-Anlage. Tianguan wolle eigene Enzyme verwenden, um die Zellulose aufzubrechen. China habe 600 bis 800 Millionen Tonnen landwirtschaftlicher Abfälle, die eingesetzt werden könnten.

Quelle: e-news / heise online, 29. Mai 2010



Biosprit - Hunger, Mehrverbrauch statt Effizienz?

In Sevilla ist die internationale Konferenz - World Biofuels 2010 - zu Ende gegangenen. Gemäss Ausbauplänen und Wachstumshoffnungen der Agrartreibstoff-Produzenten, sollen 480 Millionen Hektar Land bis 2045 für den Anbau von Energiepflanzen genutzt werden.

Die Menschenrechtsorganisation FIAN (FoodFirst Informations- & Aktions-Netzwerk) kritisiert, die massiven Ausbaupläne würden zur weltweiten Vertreibung von Landbevölkerung führen und die Hungersnot weiter verschärfen. Auch das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) macht die Biotreibstoffproduktion mitverantwortlich für Preiserhöhungen von Nahrungsmitteln und die steigende Anzahl der Hungernden.

Auf politischer Seite argumentiert EU-Entwicklungskommissar Andris Piebalgs, er könne keinen Zusammenhang zwischen der Biotreibstoffpolitik der EU und der Zahl der Hungernden weltweit erkennen. Kritik kommt aber auch aus der EU-Politik selbst. Eine Analyse vom März 2010 zum CO2-Ausstoß von Biotreibstoffen kam zu dem Schluss, eine Anhebung der Biospritquote auf mehr als 5 Prozent schade der Umwelt mehr, als dass sie ihr nütze. Grund dafür seien, die für den Energiepflanzenanbau durchgeführten Waldrodungen.

Quelle: e-news / heise online, 29. Mai 2010



Lufthansa plant Serientest mit Biotreibstoffen

Als eine der ersten Fluggesellschaften weltweit, will die Lufthansa Serientests mit alternativen Treibstoffen durchführen. So können Ergebnisse gezielt über einen längeren Zeitraum ausgewertet werden. Dem herkömmlichen Kerosin wird dabei auf einer bestimmten Strecke ein Anteil von Biotreibstoffen beigemischt. "Erstens erhoffen wir uns davon Ressourcensicherheit und zweitens Vorteile bei den Ausgaben für den Emissionshandel" sagte Firmenchef Wolfgang Mayrhuber, am Rande einer Veranstaltung in Hamburg vergangene Woche. Die EU will Fluggesellschaften ab 2012 in den Handel mit Emissionsrechten mit einbeziehen. Lufthansa rechnet dadurch mit Zusatzkosten von 150 bis 350 Mio. Euro pro Jahr.

Quelle: Euwid, 19. Mai 2010



Bioethanolmarkt wächst stark wegen Beimischung

Der deutsche Bioethanolmarkt ist im Jahr 2009 erneut stark gewachsen. Die Produktion des Biotreibstoffs stieg im Vergleich zum Vorjahr um 29 Prozent, die Verwendung um 44 Prozent. Das geht aus einer Analyse durch den Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft hervor. Deutlich bemerkbar macht sich der erstmals flächendeckende Einsatz von E5 Benzin (Benzin mit 5 Prozent Bioethanol). Erheblich steigen dürfte 2010 auch die Nachfrage in der EU. Viele Länder beginnen erst jetzt mit der durch die EU-Richtlinine zum Ausbau Erneuerbarer Energien gebotenen Beimischung von Biotreibstoffen.

Quelle: EUWID, 21. April 2010



Über 1 Milliarde Dollars für Ethanol Pipelines in Brasilien

Im Südosten von Brasilien, im Herzen der Ethanolproduktion, entwickeln zwei Unternehmen ein Projekt für den Bau von zwei Ethanolpipelines. Die Pipelines transportieren den Biotreibstoff in die Verteilzentren, die den internen Markt beliefern und gleichzeitig auch den Anschluss an die Anlagen für den externen Markt gewährleisten. Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf 1 Mia. Dollars pro Pipeline.

Eine der beiden Unternehmungen ist ein Joint Venture der Firmen Petroleo Brasileiro SA (Petrobras), Mitsui& Company Limited (Tokyo, Japan) und der brasilianischen Ingeneering Firma Camargo Correa S.A. (Sao Paulo). Das andere Unternehmen, Uniduto Logistica S.A. (Sao Paulo), besteht aus den Besitzern von 88 Zuckerrohrplantagen. 

Quelle: Noticias Financieras, 18. Februar 2010



News
17.12.2010 - Erhöhung Bioethanolanteil beim Benzin mehr
24.09.2010 - Mit Holz und Mist vorwärts mehr
24.08.2010 - Kilometer Millionär mehr
13.08.2010 - Biogastraktor mit Zweistoffmotor mehr
24.06.2010 - Biosprit soll wieder nachhaltig werden mehr
03.06.2010 - Ethanol aus Stroh? mehr
03.06.2010 - Biosprit - Hunger, Mehrverbrauch statt Effizienz? mehr
28.05.2010 - Lufthansa plant Serientest mit Biotreibstoffen mehr
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