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janvier 2010
Biodieselanlage bewilligt
Der Green Bio Fuel Switzerland AG (GBF) wurde die Baubewilligung für eine Biodiesel-Produktionsanlage in Zurzach erteilt. Als Rohstoff soll Öl von Jatropha-Nüssen aus dem afrikanischen Mosambik importiert werden. Doch von verschiedenen Seiten wird Kritik geäussert.
Aus ökologisch und sozialer Sicht sei diese Anlage sehr bedenklich, erklärt Tina Goethe, zuständig für Entwicklungspolitik bei der Swissaid. Zum einen konkurriere die Jatropha-Pflanze mit der Nahrungsmittelproduktion. Zudem gehöre das Land in Mosambik dem Staat, welcher die Nutzungsrechte verteilt und derzeit viel Land an ausländische Firmen verkauft, um an Devisen zu kommen, was auf Kosten der eigenen Bevölkerung geht.
Diese Anschuldigungen lässt Ulrich Frei, Pressesprecher der GBF, nicht gelten. In der Schweiz muss so oder so der Nachweis erbracht werden, dass Diesel ökologisch und sozialverträglich ist.
Wie die Verträglichkeit wirklich ist, darüber lässt sich streiten. Bis heute gibt es keine Studie oder Erfahrungen, die aufzeigen, dass Treibstoff aus Jatropha sozial und ökologisch unbedenklich sei.
Quelle: Schweizer Bauer, 9.1.2010
Deutschland: Verordnungsentwurf zum Hydrotreating
Um die Einhaltung der Biokraftstoffquoten zu erleichtern, plant das Deutsche Bundesumweltministerium (BMU) eine neue Verordnung. Erstmals soll die Mitverarbeitung von Pflanzenölen in Mineralölraffinierien, das Hydrotreating, zugelassen werden. Mit dem Inkrafttreten der Biomassenachhaltigkeitsverordnung wurden die erforderlichen Kriterien inzwischen geschaffen. Ab dem 1. Juli 2010 müssen Nachhaltigkeitsnachweise als Voraussetzung für die Anrechnung auf die Quotenverpflichtung vorgelegt werden.
Aus Bestandsschutzgründen wird die Anrechnung von nachhaltig produzierten und mit Mineralöl hydrierten Pflanzenölen davon abhängig gemacht, dass mindestens 7 Volumenprozent Biodiesel in Verkehr gebracht wurden. Zunächst ist die Anrechnung auf 3 Volumenprozent begrenzt. Später soll die Bundesregierung Möglichkeiten zur Erhöhung des Anteils prüfen.
Quelle: EUWID 11.11.2009