Quelle: eigene Darstellung aus
WI&RWI (2008) und
FNR (2006)
Wie viel Ackerland wird für die Produktion von biogenen Treibstoffen im Vergleich zur Nahrungsmittelproduktion benötigt?
Am wenigsten Fläche verbrauchen Agrarprodukte, die ohne weitere Verarbeitungsstufen vom Mensch als Nahrungsmittel verwendet werden. Die Fleischproduktion verbraucht deshalb deutlich mehr Fläche als pflanzliche Nahrungsmittel.
Bei den biogenen Treibstoffen erzielen Zuckerrüben und Zuckerrohr höhere Flächenerträge als Getreide oder Raps.
Weltweit werden ein bis zwei Prozent der Ackerflächen für die Produktion von biogenen Treibstoffen genutzt. Der weitaus grösste Anteil der heute zur Energieproduktion genutzten Flächen in der EU wird heute für die Herstellung von Biodiesel verwendet. Zwischen 1994 und 2005 ist der Anbau von Ölsaaten für die Energieproduktion um mehr als das Zwanzigfache gestiegen.
Quelle: eigene Darstellung basierend
auf
EEA (2007:14)
Der Hunger nach Ackerflächen wächst
Allein in Afrika und Lateinamerika befinden sich bis 20 Millionen Hektaren Ackerland in der Hand ausländischer Investoren oder stehen kurz vor der Übernahme. Das entspricht einem Viertel der Landwirtschaftsfläche Europas. Wie aus der IFPRI-Studie
"Land Grabbing by Foreign Investors in Developing Countries" hervorgeht, investieren Länder wie China, Südkorea, Indien und die Golfstaaten immer häufiger in Agrarland in Afrika. Das Geschäft haben sie sich laut Studie bereits bis zu 30 Milliarden US-Dollar kosten lassen. Rund ein Viertel der Flächen werden für die Produktion von Biotreibstoffen genutzt. Agrarland wird seit der Weltfinanzkrise und dem Niedergang der internationalen Erdöl- und Rohstoffpreise als Kapitalanlage gehandelt. Die Vermutung liegt nahe, dass hinter der Auslagerung der Nahrungsmittelproduktion in arme Länder auch der Wunsch einiger Staaten steckt, die Versorgung der eigenen Bevölkerung zu sichern und sich von den grossen multinationalen Nahrungsmittelkonzernen unabhängig zu machen. Mit einem Verhaltenskodex könnte die internationale Gemeinschaft dafür sorgen, dass überlieferte Landbesitzrechte der Bevölkerung akzeptiert und eine nachhaltige Bewirtschaftung sowie die lokale Ernährungssicherheit garantiert würden.