Der Anteil biogener Treibstoffe in der Schweiz lag letztes Jahr lediglich bei 0,17 %. Wenn man die Importe abzieht reduziert sich dieser Wert sogar auf 0,13 %. Mit 68 GWh oder umgerechnet 245 TJ liefert Biodiesel hierzu etwa die Hälfte der Energie.
Im Jahr 2009 sind in der Schweiz rund 1,5 Millionen Liter Bioethanol in verschiedenen Mischformen mit gewöhnlichem Benzin getankt worden. Dies stellt gegenüber dem Jahr 2008 mit über 3,2 Millionen Liter einen deutlichen Rückgang dar. Seit der Schliessung der Borregaard Schweiz AG, die bis 2009 Bioethanol aus Holzreststoffen produzierte, wird die Nachfrage vollständig durch Importe gedeckt. Das Ethanol kommt neu aus Schweden und erfüllt laut Alcosuisse trotz langer Transportwege die ökologischen Anforderungen an Biotreibstoffe.
Im laufenden Jahr stabilisierte sich die Nachfrage jedoch wieder, sodass bis Ende August 2010 bereits knapp 2 Millionen Liter abgesetzt wurden. Langfristig gesehen hält der Bund einen Absatz von
200 Millionen Liter für möglich.
Beim Biodiesel, von dem letztes Jahr 7,5 Millionen Liter verkauft wurden, spricht man von einer ähnlichen Entwicklung. Die Einbrüche beim Verkauf zeigen, dass für viele Kunden der Preis wichtiger ist als der ökologische Aspekt. Im Jahr 2009 brach die inländische Produktion um über 40 % auf 6,8 Millionen Liter ein. Die Importmenge stieg gleichzeitig stark an, beträgt allerdings weiterhin weniger als 10% des Biodieselverbrauchs.
Einzig der Absatz von Biogas konnte unter den biogenen Treibstoffen im 2009 zulegen und erreichte gemäss der Oberzolldirektion mit 38 GWh (137 TJ) einen neuen Höchstwert.
Seit 1. Juli 2008 sind biogene Treibstoffe steuerlich begünstigt, falls sie eine positive ökologische Gesamtbilanz erfüllen und sozial verträgliche Produktionsbedingungen einhalten (siehe
Politik und Recht). Im November 2010 hat die Kommission für Umwelt und Energie des Nationalrats die Hürde für diese Steuererleichterungen mit einer Gesetzesvorlage deutlich erhöht.
Steigen die Dieselpreise über 2.30 Franken (CHF) und die Benzinpreise über 2.70 CHF pro Liter, so könnte die Produktion von Biodiesel und Bioethanol aus Schweizer Raps oder Mais flächenmässig relevant werden. Voraussetzung wäre allerdings, dass der Import billigerer Bio-Energie verhindert würde, was derzeit nicht der Fall ist [1]
Quelle: [1] ETH-Wirkungen Erdölsubstitute auf die Agrarproduktion, siehe 'Links'