Markt und Entwicklungen
Im Jahr 2008 waren in der Schweiz rund 4 Millionen Liter Bioethanol in verschiedenen Mischformen mit gewöhnlichem Benzin getankt worden. In den ersten vier Monaten 2009 wurden nur 0,4 Millionen Liter abgesetzt.

Beim Biodiesel, von dem letztes Jahr 12 Millionen Liter verkauft wurden, spricht man von einer ähnlichen Entwicklung. Die Einbrüche beim Verkauf zeigen, dass für viele Kunden der Preis wichtiger ist als der ökologische Aspekt.

Im Jahr 2009 entfällt die Produktion von Bioethanol aus Holzreststoffen der Booregaard AG. Das Ethanol kommt neu aus Schweden und erfüllt laut Alcosuisse trotz langer Transportwege die ökologischen Anforderungen an Biotreibstoffe.

In der Schweiz wird daher fast ausschliesslich Biodiesel hergestellt, welcher vor allem zu herkömmlichem Diesel zugemischt wird (B95). Die Importmengen sind sehr gering, sie belaufen sich auf weniger als 2% des Biodieselverbrauchs (2007).

Seit 1. Juli 2008 sind biogene Treibstoffe steuerlich begünstigt, falls sie eine positive ökologische Gesamtbilanz erfüllen und sozial verträgliche Produktionsbedingungen einhalten (siehe Politik und Recht).

Steigen die Dieselpreise über 2.30 und die Benzinpreise über 2.70 Franken pro Liter, so könnte die Produktion von Biodiesel und Bioethanol aus Schweizer Raps oder Mais flächenmässig relevant werden. Voraussetzung wäre allerdings, dass der Import billigerer Bio-Energie verhindert würde, was derzeit nicht der Fall ist [1].

2008 wurden in der Schweiz 5'448 Autos mit umweltfreundlichen Antrieben verkauft, im Vergleich zu 6'254 im Jahre 2007. Damit liegt der Anteil an den Gesamtverkäufen nun bei 1,9%. Zudem wurden im 2008 vermehrt kleinere Fahrzeuge mit geringem Treibstoffverbrauch gekauft. Sobald das Angebot in den Bereichen Hybrid- und Erdgasfahrzeuge grösser wird, erwartet die Branche wieder eine Zunahme des Absatzes von Fahrzeugen mit umweltfreundlichen Antrieben.

Eine parlamentarische Initiative von Nationalrat Rudolf Rechsteiner verlangt eine Verschärfung der bestehenden Regelung zum Treibstoff- und Rohstoffimport: es soll ein fünfjähriges Import-Moratorium für biogene Treibstoffe aus dem Nahrungsmittelbereich eingeführt werden. Peter Ulrich vom Verband Biofuels kritisiert das kategorische Vorgehen gegen die Treibstoffproduktion aus Feldfrüchten.

Quelle: [1] ETH-Wirkungen Erdölsubstitute auf die Agrarproduktion, siehe 'Links'